Stories 2026 ... aktuellste on top
Ich versuche ein wenig zu dokumentieren, was und wer mich auf meiner Reise begleitet. Werde Schönes teilen aber möchte auch gerne ehrlich bleiben und versuchen Momente und Tage festzuhalten wo die Realität sich zeigt …
Podcast Kitzbüheler Anzeiger - IMPULS
Dieser Podcast für den Kitzbüheler Anzeiger wurde im August
2026 in Sölden aufgenommen, rund zwei Wochen vor dem Ötztaler Radmarathon.
Natürlich geht es dabei auch um den Sport, aber vor allem um das Leben
dahinter. In einem offenen und ehrlichen Gespräch mit Stefan und Sabine erzähle
ich von meinem Weg mit all seinen Höhen, Tiefen und den ganz normalen
Abschnitten dazwischen. Vielleicht findet sich der eine oder die andere in
manchen Gedanken wieder. Hört einfach mal rein. 😉
Vom Loslassen und Wiederfinden
2003 musste ich nach einem schweren Unfall meinen Traum vom Leistungssport loslassen. Die Leidenschaft dafür war aber nie wirklich weg, sie hat irgendwo tief in mir weitergelebt. Es brauchte andere Menschen, die mir geholfen haben, das wieder zu erkennen und den Mut zu finden, noch einmal neu anzufangen.
Seit einigen Jahren darf ich diesen Traum im Radsport wieder leben. Der Weg dorthin war nicht immer einfach: Es gab tiefe Täler, schöne Höhen und dazwischen viele ganz normale Abschnitte, wie sie das Leben für uns alle bereithält. In diesem Podcast spreche ich offen über einige dieser Erfahrungen – über Unfälle, mental schwierige Zeiten, Rückschläge, aber auch über Freude, Freundschaft und Dankbarkeit. Vielleicht findet sich der eine oder die andere in manchen Gedanken wieder. Heute versuche ich, nicht der Leistung die größte Bedeutung zu geben, sondern dem Gefühl und der Freude an dem, was ich tun darf. Gelingt mir das immer? Natürlich nicht 😉.
Ötztaler Radmarathon 2026
Vor dem Ötztaler denke ich jedes Jahr dasselbe: „Wenn ich das Ding
gewinne, muss ich nie wieder starten.“ Nach 227 Kilometern, unzähligen
selbstgewählten Schmerzen, persönlicher Bestzeit und Platz 11 war klar, dass
daraus auch heuer nichts wird. Also sehen wir uns vermutlich 2027 wieder um
06:30 Uhr an der Startlinie.
Morgen gewinne ich den Sch*****
„Morgen gewinn ich den Sch***, dann brauch ich nächstes Jahr nicht mehr fahren“ … das sagte ich zu meiner Freundin am Tag vor dem Ötztaler Radmarathon . Hab dann doch nicht gewonnen – war mir aber auch klar, dass es nicht umsetzbar ist
. Die Aussage am Tag vor dem Event ist Jahr für Jahr dieselbe, weil ich wirklich keine Freude habe, um 06:30 in der früh mit durchschnittlich 55km/h bergab nach Ötz zu brettern. Ab Ötz gehts dann rauf aufs Kühtai und ab dort startet dann „mein Ötztaler“ und ich freue mich auf die Kilometer, die dann noch vor mir liegen.
Die Daten zum Ötztaler brauche ich wohl nicht mehr erwähnen; die Fakten zur Strecke kennen die meisten. Der Ötztaler Radmarathon ist schließlich das größte und bekannteste Rad Event im deutschsprachigen Raum und alles, was dazugehört, sprengt sowiso jeden Rahmen! Einfach .
Le Petit Tour de France
Habe ich es genossen? – JA, man (ich) stellt sich ja darauf ein, dass man an sein absolutes Limit geht! Das sind selbstgewählte und selbstverursachte Schmerzen, die man dann doch irgendwie „gerne“ in Kauf nimmt (eigentlich auch etwas krank, oder? ).
Was bei dem Rennen an der Strecke los ist, gleicht im kleinen Stil einer Tour de France – Musik, Trompeten, Gesang, Anfeuerungsrufe... überall stehen die Leute an der Straße und sind selbst mit Herzblut und Leidenschaft dabei. Ein Traum für alle Teilnehmer und somit ist es
klar, dass die Anzahl der Registrierungen enorm ist (28.000) und nicht
bewältigt werden kann - schlussendlich konnten nur 4.500 Startplätze vergeben werden.
Aber wie war meine Traumfahrt beim Ötztaler 2026?
… „traumhaft“ anstrengend mit perfekter Einteilung meiner Kräfte bis zum
Schluss! Ich bin dann auf Platz 11 in der Ergebnisliste gelandet (sagen wir
mal ich bin in den Top 10 – das klingt besser ).
Die Lücke blieb und der hohe Puls auch
Der Rennverlauf war nicht wie erwartet, aber trotzdem für mich perfekt und auch super, dass so schnell gefahren wurde! Auf der Fahrt zur Passüberquerung auf´s Kühtai, habe ich mich bewusst in der 2. Gruppe aufgehalten, mit dem „Wissen“, dass es Richtung Brenner sowieso wiederzusammenrollt … dem war aber heuer nicht so . Es wurde sowohl in der 1. Gruppe als auch in der 2. Gruppe Vollgas gefahren.
Der Abstand von mir (Gruppe 2) zur 1. Gruppe blieb lange Zeit recht konstant bei 1-3 Minuten! Wir konnten die Lücke nicht schließen, aber trotzdem war es perfekt für mich. Hätte ich versucht von Anfang an in der ersten Gruppe zu bleiben, hätte ich wahrscheinlich zu früh zu viele Körner verschossen. Wie sich das auf meine Leistung nach 3 Stunden ausgewirkt hätte bleibt offen, aber ich denke der Anstieg auf’s Timmelsjoch wäre sehr hart – vielleicht zu hart gewesen. Ausserdem, solche Analysen „was wäre wenn“ sind mir sowieso zu anstrengend .
Der Traum vom nicht mehr starten lebt
Für mich ist es gewaltig diese Leistung am "Tag X" Jahr für Jahr abrufen zu können … somit bin ich motiviert diesen Schei*** 2027 endlich zu gewinnen, damit ich 2028 nicht mehr um 06:30Uhr am Start stehen muss .
Ach ja, hier noch die letzten Fakten die auch den Rennverlauf perfekt widerspiegeln:
Fakt 1: Meine Fahrzeit betrug 6 Stunden und 50 min ins Ziel – so schnell wie noch nie! Fakt 2: Der Sieger Jack Burke benötigte jedoch 6 Stunden 30min. Ein absoluter Wahnsinn - der hat den Streckenrekord komplett pulverisiert - da kann man nur den Hut ziehen!
RATA 2026 - Race Across the Alps
Eine „Radfahrt“ kann vieles sein – kurz, lang, entspannt oder völlig überzogen – aber 540 km und über 21 Stunden im Sattel beim Race Across The Alps sprengen jede normale Vorstellung davon.
525 km, 14.500 hm durch Italien, die Schweiz und Österreich – das härteste Eintagesrennen der Welt, bei dem irgendwann nur noch Durchhalten zählt.
Am Ende steht zwar Platz 1, aber viel mehr bleibt das Erlebnis aus Nacht, Hitze, Regen und Teamarbeit, das sich weit über die Ziellinie hinaus eingebrannt hat.
RATA ... hart - härter - Race Across the Alps
Eine „Radfahrt“ kann sehr kurz oder auch sehr lang sein – beides stand bei mir schon unzählige Male auf dem Plan. Aber eine „Radfahrt“ über 540 km und mit 21 Stunden im Sattel geht selbst für mich weit über „sehr lang“ hinaus.
Es war keine normale „Radfahrt“ sondern der Race Across The Alps – das härteste Eintagesrennen der Welt mit 525 km und 14.500 hm durch die drei Länder: Italien, Schweiz und Österreich .
Nach 20 Stunden und 59 Minuten durfte ich endlich gewinnen !!! Ja ich „durfte“, denn nach 21 Stunden auf dem Rad, durch die Nacht, bei 35 Grad Hitze und Starkregen, war es am Ende auch einfach eine Erlösung, das letzte Mal vom Rad zu steigen, ohne wieder weiterfahren zu müssen.
Vieles könnte ich jetzt hier in diesen Bericht schreiben, denn in über 21 Stunden – plus den Tagen davor und der Zeit danach – erlebt man so einiges. Ich mache für euch aber lieber den
Schnelldurchlauf, sonst werde ich heute nicht mehr fertig.
Die Strecke
Über den Reschenpass ging es zunächst durchs Vinschgau, bevor nach etwa einer Stunde die Abzweigung Richtung Stilfserjoch kam. Diese erste Stunde war gleichzeitig die erste und letzte Phase, die sich noch „locker“ angefühlt hat.
Um am Ende auf 14.500 Höhenmeter zu kommen, führte die Strecke über das Stilfserjoch, den Gaviapass, den Apricapass, die Mortirolo-Passstraße und nochmals über den Apricapass. Wegen eines Murenabgangs am Berninapass musste die Organisation die Strecke
kurzfristig ändern. Stattdessen ging es weiter nach Bormio und über den Foscagno Pass, den Eira Pass und den Forcola Pass zurück auf die Originalstrecke Richtung Berninapass. In der Schweiz warteten dann noch der Albula Pass, der Flüela Pass und der Ofenpass, bevor es zurück nach Italien und schließlich über den Reschenpass ins Ziel nach Nauders ging.
Wie fühlt sich das Ereignis nach zwei Tagen an?
Hmmmm... Jetzt, zwei Tage später, beim Schreiben dieser Zeilen, ist mir irgendwie gar nicht mehr nach Jammern zumute. Nur so viel: In einigen Momenten war es eher negativ. Mein Magen hatte
dreimal wirklich komplett die Schnauze voll von dem Zuckerüberschuss, den man sich bei so einer Belastung zwangsläufig zuführen muss. Übergeben musste ich mich zum Glück nicht, aber es war einfach grauenhaft.
Zusammen mit den Magenproblemen war meine Leistung in diesen Phasen komplett im Überlebensmodus. Mentl ist das dann schon extrem mühsam. In diesen 30–45 Minuten langen Magenphasen
hatte ich regelmäßig denselben Gedanken: „Warum mache ich das eigentlich? Ach ja... freiwillig. Das ist doch völlig bescheuert. Ich höre jetzt einfach auf.“ Komischerweise blieb es jedes Mal beim Gedanken. Zehn Minuten später saß ich immer noch am Rad. Zwanzig Minuten später ebenfalls.
Die Rettung in diesen 30–45 Minuten langen Magenphasen war immer dieselbe: eine ordentlich in Wasser eingeweichte Semmel mit Marillenmarmelade, damit sie möglichst leicht runtergeht, und die motivierenden Worte meines Teams:
„Geht schon... ist eh nimmer weit!“
Jaja... „eh nimmerweit“ bedeutete in dem Moment halt noch irgendwo zwischen vier und zwölf Stunden Radfahren. Kopfmäßig war ich zwar schon etwas angeknackst, aber so viel wusste ich dann doch noch. Das war also im Schnelldurchlauf die „Magenphase“. Trotzdem: Ich bin freiwillig an den Start gegangen, ich bin freiwillig weitergefahren und somit auch freiwillig im Ziel angekommen. Mir war natürlich bewusst, dass es extrem hart werden würde – sonst
wäre es schließlich auch nicht das härteste Eintagesrennen der Welt.
Was bleibt mir in Erinnerung?
Am Papier steht Platz1: Patrick Hagenaars.
Ich möchte dieses Ergebnis und meine Leistung keinesfalls kleinreden. Aber das eigentliche Erlebnis, die Momente dieser 21 Stunden beim RATA – und vor allem die Zeit danach mit meinem TEAM – all das steht nicht auf einem Blatt Papier. Es sind Erinnerungen, die sich eingebrannt haben in unsere Herzen und allen, die zu Team Race Across The Alps Patrick Hagenaars gehören – und immer gehören werden.
Das RATA Team
Kurz ein Einblick für alle, die diese Zeilen lesen: Wir waren kein professionell durchgeplantes Team. Vor zwei Monaten (Ende April) habe ich bei einem Bier einfach mal in die Runde geworfen, dass es in Nauders ein Ultra-Cycling-Event gibt, das über die Nacht geht – und dass ich dafür zwei Leute brauche, besser wären drei, die mich 20–24 Stunden im Auto begleiten.
Die erste Reaktion war: „Ja sicher, bin dabei – ist sicher cool, 24 Stunden deinen ‚Arsch‘ von hinten zu sehen.“ Damit war ich also schon einmal angemeldet😄. Zwei Wochen vor dem Rennen haben wir dann konkret abgeklärt, wer wirklich mitfährt. Die zweite Reaktion war: „Ach ja stimmt, da war ja mal was... ich frag mal meine Frau, ob sie mich aus dem Haus lässt.“ Somit stand mündlich fest, dass wir mit insgesamt sieben Leuten nach Nauders fahren würden.
Letzten Dienstag dann die Besprechung und Streckenvorstellung von mir – also wo sie ungefähr fahren sollten, was ich unterwegs von ihnen brauchen könnte und dass sich der Rest dann ohnehin im Rennen selbst ergeben wird. Im Prinzip: reagieren auf Bedürfnisse, Gegebenheiten und alles, was eben passiert. Bei der Besprechung waren wir dann 3½ Leute 😅. Ich wollte damit nur kurz aufzeigen: Erfolge (und auch Misserfolge) sind nicht immer planbar.
Trotzdem der, sorry DIE CEO von unserem Team war meine Liebe (meine Partnerin). Ohne Planung ist so ein Event natürlich nicht möglich. Das ganze Rundherum – Verpflegung, Strecke, Autos, einfach alles – lag in ihren Händen. Da hatte eine Frau ganz klar die Fäden in der Hand. 🥰. Ich musste am Ende „nur“ mit dem Kopf nach unten treten, während die fünf Männer in zwei Autos vor und hinter mir 21 Stunden lang mit dem Auto unterwegs waren. Sorry Jungs 😅
Fazit Platz 1?
Fazit: Platz 1 für mich beim Race Across the Alps steht am Papier …
Im Herzen von Team RATA 2026 steht etwas ganz anderes: dieses gemeinsame Erlebnis, diese 21 Stunden, die Momente davor und danach – und alles, was wir zusammen daraus gemacht haben.
Digna Roeffen, Herbert Troger, Haaser
Hannes, Siegfried Straif, Dennis Hagenaars, Holaus Markus, Josef Krall, Patrick
Hagenaars
!!! DANKE !!!
Gute Nacht
SuperGiro Dolomiti 2026 & Mondsee Radmarathon – Ist die Form schon da?
Formtechnisch frisch aus dem Höhencamp zurück und eigentlich bereit für zwei grosse Auftritte – zumindest laut Trainingsplan.
SuperGiro und Mondsee hatten dann ihre eigene Interpretation von „guter Form“: einmal komplett verschollen, einmal doch kurz vorbeigeschaut – immerhin genug, damit es am Ende nicht nur Ausreden, sondern auch ein Ergebnis gab mit dem ich zufrieden sein kann.
Super Giro Dolomiti - Lienz
Der SuperGiro Dolomiti in Lienz ist ein schöner und auch anspruchsvoller Radmarathon über 200km und knapp 5000 Höhenmetern – mittendrin der Monte Zoncolan mit Rampen von über 20%. Die Ausgangslage hätte eigentlich gepasst. Gerade erst aus dem Höhentrainingslager zurück, gut trainiert, dann regeneriert … langsam sollte die Form kommen.
Schlechte Beine am Vortag - gute am Renntag?
Am Vortag fühlten sich die Beine an wie Blei trotzdem war ich guter Dinge, dass sich das bis zum Rennen legen wird – kennt man ja. Schlechte Beine am Vortag – gute Beine am Renntag. Leider war von Beginn an der Wurm drin. Kein Druck am Pedal, kein Rhythmus und somit schon recht schnell mental das Rennen abgebrochen. Dann begannen die Beine etwas besser zu arbeiten und es hat angefangen sich nach einem Rennen anzufühlen … leider nur ein kurzes Aufflackern .
Fazit ...
Am Ende war es Platz 10 und somit nichts zum Jammern aber Ergebnisse erzählen nicht immer die ganze Geschichte. Ehrlich gesagt ist mir Platz 20 lieber dafür mit dem Wissen, dass man alles geben konnte und ein gutes Gefühl auf dem Rad hatte.
Abhaken, regenerieren und hoffen,dass die Form dann doch noch irgendwann auftaucht – vielleicht am Mondsee?
Mondsee Radmarathon
Letztes Wochenende stand somit
der Mondsee Radmarathon auf dem Plan. Nicht ganz mein Terrain mit 2600 Höhenmetern, 200 km, einer schnellen Strecke mit wenig langen Anstiegen (Highlight Postalm: 12km bis zu 12% Steigung). Das heisse Wetter spielte mir aber schon eher in die Karten … mal sehen, ob ein Jocker dabei war?
Zu wenig Anstiege laden zum Trödeln ein 😊
Der Start war unspektakulär und es hat sich wie üblich schnell eine Spitzengruppe gebildet allerdings war die schon recht gross mit ca. 40 Fahrern - das Tempo war «gemütlich». Bei Kilometer 40 ging es dann bereits auf die Postalm und dort haben wir es zwar geschafft, eine kleine Gruppe zu bilden von 10 Fahrern aber nach der Abfahrt wurde nur «getrödelt» und «gelutscht» und somit hat der Rest der Gruppe schnell den Anschluss wieder geschafft. Es gab dann immer wieder kurz den Versuch Tempo zu machen schlussendlich wurde wieder schnell rausgenommen … auf der flachen Strecke ist es schwierig den Unterschied zu machen.
Lichtenberg - mein Jocker?
Vielleicht sollte der Lichtenberg, der letzte Anstieg vor dem Ziel, mein Jocker sein? Yes, so war es auch. Gemeinsammit 2 anderen Fahrern konnte wir hier die Gruppe «zertrümmern» und sind schlussendlich
zu Dritt Richtung Ziel gefahren. Beim Zielsprint hatte ich keine Chance und somit 3. Platz … bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. War das bereits die Form, die sich gemeldet hat? … hmmmm.
Was steht jetzt an? Race across the Alps
Nächste Station RATA – Race across the Alpes … 525km – 14.500 Höhenmeter – Zeitlimit 32 Stunden. Die Nerven Ratatatatern schon 😉
Livigno 2026 - Training - Schnee - Sonne - Mist
Anfang Mai bin ich nach Livigno gereist um dort auf der Höhe (2.000m) zu trainieren. Allerdings ist es viel mehr als Trainieren denn die Umgebung von Livigno ist einfach atemberaubend – man befindet sich in einer eindrucksvollen Hochgebirgsregion. Es warten immer spektakuläre Pässe auf einen und ein gefühlt unbegrenztes Panorama an Routen in Italien und der angrenzenden Schweiz. Werde versuchen, euch auf ein paar Highlights mitzunehmen.
Warum bin ich in Livigno? ... zum Radfahren?
So hat Livigno für mich gestartet. Wie immer mit meinen super bequemen Schlappen unterwegs und dann muss man sich den Weg durch den Schnee bahnen. Das war dann doch eine Überaschung wieder mitten im Winter zu landen.
Motivation halten ... fake it till you ...
Die ersten Tage waren hart - ich weiss, man soll sich nicht beschweren wenn man in einer so tollen Umgebung unterwegs sein darf aber es war einfach Sau kalt! Vielleicht hilft es wenn man so tut als ob es riesen Spass macht .
Winterliches Rennradfahren - Abenteuer!
Ein Mindset Change war gefragt und somit habe ich die winterlichen Verhältnisse als Herausforderung angenommen und das Abenteuer gesucht ... und da gibt es ja das Stilfserjoch. Nachdem es lange bergauf geht und mir somit schnell warm wird hab ich mir unter anderem den höchsten asphaltierten Gebirgspass Italiens vorgenommen (höchster Punkt 2.757m). Die 48 Serpentinen auf der Nordrampe sind legendär und wenn man dann auf dem Asphalt fährt aber eigentlich glaubt es ist tiefster Winter ... das hat schon was!
Raus aus dem Schnee und der Sonne entgegen
Die Tage wurden freundlicher ... noch freundlicher ... heiss! Wenn man allerdings immer in der Höhe unterwegs ist oder auf dem Weg dorthin sind die Temperaturen natürlich ideal fürs Radfahren. Unten seht ihr mich auf dem Gavia Pass - ein langer Hochalpenpass und Mitte Mai wirklich noch einsam und die Landschaft spektakulär. Den kann man auch in der Kombination mit dem Mortirolo fahren und dann wird es natürlich schon etwas härter ... der Pass hat kaum Erholungsphasen und ist auch bekannt als Ort wo schon legendäre Attacken beim Giro d'Italia gestartet wurden
Bernina Pass - der Zug hat Vorfahrt!
Wie gesagt kann man von Livigno aus auch genial die Schweiz erkunden. Pässe wie der Albula sind schnell erreichbar und der Bernina liegt praktisch vor der Haustür. Besonders einzigartig ist dabei die Region rund um den berühten Bernina- und Albula Bahnverlauf, wo spektakuläre Züge durch Viadukte und Tunnel mitten durch die Hochalpen führen.
Mit dem Rad oder zu Fuss
In der Region lässt sich auch zu Fuss so einiges entdecken ... von Trepalle aus (wo ich wohne und 10 min von Livigno Ortszentrum) geht man 20 min auf den Crap de la Pare. Ein bekannter Aussichtspunkt mit einem beeindruckenden Panorama über den türkisfarbenen Lago di Livigno. Bekannt ja - aber sehr belebt denn sonst würde man nie ein solches Foto schiessen können!
Kurve miss(t)lungen - story gelungen
Noch eine kleine Anekdote, die bis heute ihre Spuren hinterlässt - Wieso? Seid ihr schon mal in einen Misthaufen gefallen? Nein? Dann könnt ihr euch nicht vorstellen, wie hartnäckig der Gestank ist. Aber! Man landet unheimlich weich
In dem Sinne - bis bald!
April 2026 - MALLORCA 312 - viele Emotionen & bad luck!
Ach ja – ganz so astrein ist dieser Wettkampf für mich auf Mallorca noch nie gelaufen. Aber alles weit weg von tragisch … tragisch war es letzes Jahr. Einige von euch werden es vielleicht gar nicht wissen aber letztes Jahr war ich in einer unguten Situation verwickelt und bin schwer gestürzt mit anschliessendem Aufenthalt auf der Intensivstation und Not-OP.
Somit war der heurige Start beim Mallorca 312 (über 312km mit 5.500hm) für meine Verwandten und engsten Freunde wohl mehr als nur ein Rennen und die mentale Anspannung größer
als sonst. Letztes Jahr nach dem Event auf Mallorca musste ich mich noch von der OP erholen, bevor ich den Rückflug antreten durfte. Da hatte ich Zeit darüber nachzudenken, ob ich mich diesem Rennen wirklich nochmals stellen möchte, denn ich habe dort nicht nur eine Pechsträhne erlebt. Verpatzte Getränke und Essensübergaben … Sturz … mit kaputter Prothese gefahren … über Reisnägel gefahren … Sturz …
Aber dann saß das kleine Teufelchen auf meiner Schulter und hat mir ins Ohr geflüstert, dass ich mich nicht so einfach geschlagen geben und mich vom „Rad“ abwerfen lassen soll … gib nicht auf! Die Sache war für mich noch nicht abgeschlossen und habe es mir somit offengelassen ob es beim Mallorca 312 noch ein Kapitel geben soll. Aber natürlich war das Wichtigste zuerst gesund zu werden und bin dies Step by Step angegangen bis 2026.
Was in Erinnerung bleibt
Nach 4,5Std kam die Stelle, wo ich letztes Jahr diesen massiven Sturz hatte, ich reihte mich bewusst an die erste Stelle vor der Passüberquerung ein, so dass ich vorne weg in die Abfahrt fahren konnte. An der besagten Stelle gab es dann einen herausfordernden „Juchizer“ von mir inklusive Mittelfinger Richtung dem Felsen am Straßenrand gegen den ich letztes Jahr geprallt bin. … tut mir leid das hier zu erwähnen – aber so habe ich es wirklich gemacht, tat sau gut und das bleibt mir in Erinnerung. Einfach noch mal ein Zeichen „du hast mich abgeworfen – ich bin wieder aufgestanden – und bin wieder hier!!!
Bad luck ... again
Wie oben erwähnt lief auch dieses Mal nicht alles laut Plan. Durch Selbstverschulden + Bad Luck, musste ich mich durch einen 2Std Abschnitt ohne Trinkflaschen und Nahrung kämpfen. 30min davon waren dann der komplette Knock-Out, also da war der Tank wirklich leer (staubtrocken) und ich fuhr im Delirium und mit letzter Kraft zu meinen Freunden, die mich an einem zuvor ausgemachten Punkt verpflegen sollten. Ich habe sie alle wirklich total gerne und freue mich immer sie zu sehen – aber eine solche Erleichterung sie wieder zu sehen hatte ich noch nie. Die dort erhaltenen Trinkflaschen waren nach 2min “EX“ ausgetrunken. 7min später plünderte ich noch die offizielle Labestation (jeder der mich kennt, weiß was das heißt) und verlies diese mit Hamsterbacken und zwei weiteren Trinkflaschen im Gepäck. Danach ging es die weitere Stunde bis ins Ziel wieder ganz „normal“ denn der Tank war ja wieder gefüllt und somit haben auch die Beine wieder getreten.
Ziellinie ...
Im Ziel durfte ich mich über den überragenden 11Platz freuen – das ist natürlich sehr sehr stark. Was wäre wenn gewesen … komplett ***egal und
Feb-März 2026 - Gran Canaria
Auf Gran Canaria geht es sportlich meistens schon etwas mehr zur Sache … es stehen viele Intervalle an auf den Pico de las Nieves. Die meisten Menschen kennen und lieben Gran Canaria aufgrund des stabilen Wetters, der Sanddünen und des Meers – für mich ist es viel Me(e)hr!
Die starken landschaftlichen Kontraste faszinieren mich – von grünen Bergen und tiefen Schluchten im Inselinneren über die Pinienwälder und Vulkankrater bis hin zu Sanddünen und Steilküsten. Ich bin ehrlich gesagt eher in den Bergen unterwegs und ja, man merkt, dass immer mehr Touristen auch diese Seite der Insel zu schätzen lernen.
Norden
Im Norden findet man grünen und feuchte Landschaften, steile Klippen und Bananenplantagen ... "Grün und Feuch" würden die meisten auf Gran Canaria nicht erwarten- dafür muss man in den Norden.
Zentral
Im Inselinneren liegt der Pico de las Nieves - dort zieht es mich oft hin wenn es das Wetter zulässt denn dort oben auf 1950 m kann es sehr kalt sein.
Süden
Vecindario - Mein Zuhause
Auf Gran Canaria lebe ich in einem Appartment in Vecindario im Südosten der Insel ohne Touristen. Nur die Surfer verirren sich auch dorthin denn der konstante Passatwind schafft ideale Bedingungen - sehe den Surfern gerne zu!
Westen
Im Westen kann man der Küstenstrasse folgend und dann nach Norden ins Inselinnere in das sogenannte "Tal der Tränen" fahren... auf dem Rad wird die Route noch nicht so häufig befahren denn mann muss einige Kilometer und Höhenmeter hinter sich legen.
Jan 2026 - Mallorca
Auf Mallorca hab ich die Outdoor Rennrad Saison gestartet. Die Topographie der Insel ist perfekt um sich „einzuradeln“ und obwohl ich bereits viele Jahre dort unterwegs bin entdecke ich immer wieder neue Wege, Gassen, Orte … und auch Menschen. In diesem Jahr einen ganz speziellen Menschen …
Mittagessen - Fisch & More
Boxenstopp mit meiner Begleitung - es gab mal keinen BioLifestyle Riegel sondern Fisch & Gemüse ... auf dem Heimweg ging uns die Energie aus
Regeneration
Wenn es die Beine zulassen geniesse ich es ein wenig am Strand entlang zu laufen. An dem Tag war es stürmisch und somit die Kulissse der Wahnsinn
Wiedersehen ...
Hatte auch ein Wiedersehen mit einer besonderen Frau die mir letztes Jahr sehr geholfen hat nach dem Unfall auf Mallorca. Sie arbeitet in der Klinik in der ich untergebracht war und hat dort viel mehr als nur ihren Job gemacht ... DANKE!
Soller
Von Palma nach Soller fährt die Eisenbahn und das schon seit 1912. Landschaftlich ist die Strecke wunderschön durchs Tramuntana-Gebirge. Ich selbst nehme nicht den Zug sondern das Rad aber auch auf dem Drahtesel lässt sich die Landschaft geniessen ... wenn nicht gerade Intervalle auf dem Plan stehen